ANSEHEN: ICH KANN KANZLER – DIE POLITISCHE TALENTSHOW

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zur zeit machen mir politiker und ihre visionen (z.b. in sachen netzpolitik) oftmals angst,
darum empfinde ich die neuste idee des zdf “ich kann kanzler” zumindest als kleine
atempause mit ansätzen zum hoffnungsschimmer.

der sender startet im juni eine “politische talentshow” und macht im web ordentlich wirbel dafür: “das zdf sucht talente, unverbrauchte gesichter mit frischen ideen. junge menschen, die gerne etwas politisch verändern wollen”, so heißt es auf der begleitenden internetseite.

von mehr als 2000 video-bewerbungen schafften es sechs kandidaten die jury zu überzeugen und somit bei der show am 19. juni dabei zu sein.

ich bin zwar der meinung, dass es wirklich schon genug talent-/ casting-formate gibt, finde es aber in diesem fall ganz spannend, da dies eine plattform für visionen darstellt.

macht euch selber ein bild und postet eure meinung in den unten stehenden kommentaren.

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Comments (9)

  1. hab erst gestern einen Bericht darüber gesehen, scheint ein spannendes Projekt zu sein.

  2. Naja, ich will mal nicht zuviel schlechtes über unsere Frau Kanzlerin sagen, nur schlecht ist die Frau nicht. Es liegt wohl eher am Rest. Die meisten Gesetze werden ja auch nicht von Ihr verbockt. Wenn dann müsste das unter dem Slogan stehen: “Ich kann Abgeordneter sein”.
    Der Bundestag braucht kompetentere Leute, vor allem einen besseren Mix zwischen alt und jung mit ausgeglichener Stimmkraft.

  3. @Ben: Nehme aber an, dass auch Du nichts gegen eine/n jüngere/n Kanzler/in mit Visionen einzuwenden hast. Yes you should!

  4. Hallo,

    als einer letzten 40 Kandidaten habe ich diese Show von “innen” gesehen. Das Casting ist vorbei und nun stehen die Finalisten fest. Ja und hier kann man doch vortrefflich Kritik üben.

    Mir war von vorneherein klar, dass ich mit meiner Idee wohl nicht in ein munteres “Alles so wie in der Politik, nur ein paar neue Gesichter”-Showkonzept passe.

    Aber so glattgebügelt hätte ich das Finalistenfeld in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet:

    1x CSU, 1x CDU, 2x SPD, 1xGrün und eine Parteilose (die einzig wirklich nachvollziehbare Auswahl- großen Respekt vor diesem Konzept für sozial schwache Familien, Hut ab)

    Klar bin ich für mich auch enttäuscht: Aber ich habe mein bestes Gegeben und sehe diese Show als Anstoss genau so weiter zu machen. In meinem Fall war die Jury sehr fair und damit kann ich gut leben.

    Allerdings gibt es auch große Kritikpunkte: Offensichtlich hatte so mancher Juror(oder nur ein Bremer..) so seine Präferenzen. So wird gemunkelt er ist mit den Eltern einer Kandidatin gut bekannt oder seine Tochter habe schon im Vorfeld einen der Kandidaten nieder geredet. So ist das halt mit den Lobbyisten.

    Aus meiner Sicht wurde hier eine Chance vertan, dem etablierten Parteieneinerlei etwas entgegen zu setzen, viel mehr hält man den Spiegel hin und zementiert gänige Klischees. Man serviert jene Kandidaten, die einem gefühlten Querschnitt unserer Regierung entsprechen. Opportunismus in Reinform.

    Da gehen meine Sympathien doch ganz klar hin zum Underdog in der Sendung:
    Meine besten Wünsche gehen an Antje Krug – das wäre ein deutliches Zeichen an die Politik.

    Schöne Grüße

  5. @Marc: Vielen Dank für diese detaillierte Stellungsnahme. Freue mich daß Du den Kopf nicht hängen lässt und weiter für die Umsetzung deiner Visionen kämpfen willst.

  6. Das einzige was wir tun können ist warten, warten bis die jungen alt sind. Wenn ich mal die “jüngeren” Politiker anschaue, dann wird mir selbst bei uns schlecht. Es fehlt wie schon gesagt der ausgewogene Mix zwischen alt und jung. Es fehlt ein Visionär, es fehlen Leute die unser Land aus Liebe zu Deutschland regieren und nicht aufgrund von Karriere, Lobbyzugehörigkeit oder Ähnlichen Aspekten.

    Was aber am meisten fehlt, das ist ein Volk, das endlich mal wieder aufsteht und seine Meinung geschlossen vertritt. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Politik wieder einen höheren Stellenwert bei jedem Einzelnen einnehmen würde.

    Schau ich mir die aktuelle Jugend an, dann wird mir schlecht.

  7. Hallo,

    das hat einen Grund. Keiner fühlt sich beteiligt. Mir ist bei dieser Sendung eines klar geworden: wenn man jungen Menschen erst einmal die Chance gibt sich politisch zu beteiligen, dann erwacht in ihnen ein ganz anderes Bewustsein.

    Viele Teilnehmer in der Show haben vorher nicht im Ansatz so viel über Politik geredet, sich für das Thema interessiert, wie im Laufe dieser Sendung. Wir sind Abends beieinander gesessen und haben frei über Patreigrenzen hinweg diskutiert.

    Diese Generation hat eine andere, mehr vom Konsens geprägte politische Kultur. Viele bemängeln das. Ich nicht.

    Die Onlinepetition gegen Zensursula beweist, dass gerade die Generation Internet wesentlich interessierter ist, als es den Anschein erweckt. Unsere Strasse ist das Internet, unsere Plakate sind Webseiten.

    Das wird die “alte” politische Kultur nicht ersetzen – sie wird jedoch revolutioniert und demokratisiert. Diese Entwicklung wird, wenn wir sie sorgsam begleiten und uns gegen jeden Anfall der Kontrollsucht zur Wehr setzen unser Empfinden von Demokratie verändern.

    Hättest du dich vor 70 Jahren umgesehen wäre dir wahrscheinlich erst richtig schlecht geworden. Früher war eben nicht alles besser. Morgen aber, wenn wir etwas dafür tun.

  8. @Marc: Du hast es, wie ich finde, wundervoll auf den Punkt gebracht. Auch ich bin der Meinung, dass sich unsere Generation
    gerne politisch beteiligen will und Visionen bereithält, hierbei allerdings oftmals etwas gehemt ist weil scheinbar keiner danach fragt.
    Genau hier sehe ich die Chance dieser Sendung.

  9. Grüss Euch liebe Leser,

    da wurde ja nun von Presse und manchen Mitstreitern die Show bewertet, also möchte ich das auch mal tun.

    Ich kann Kanzler? Nein,”Ich könnt kotzen”
    So sehr mir klar war, daß Jacob oder Kalisch die Show für sich entscheiden werden, so sehr ich mir gewünscht habe, dass Antje das Rennen macht, so bitter und ätzend ist doch meine Einschätzung der Show. Und das wird nun sehr dreckig, direkt und subjektiv:

    Diese Sendung war eine angepasste Scheisse. Und dieser Vorwurf richtet sich nicht an die Kandidaten, das muss ja jede/-r für sich selber entscheiden, wer er/sie sich selber, seine Leistung und das Dargebotene zu bewerten.

    Das ZDF hat hier ein Glanzstück an angepasstem Rentner-TV geliefert, handwerklich bedenklich, keine Spur kontrovers und zusammengeschnitten wie ein englischer Rasen. Schon in der 45min. Doku, dann auch in dem 3h Marathon des Nachts und erst recht in der Livesendung. Von Rentnern für Rentner, abgekartet und voraussehbar. Alle systemkritischen und anstößigen Texte wurden rausgeschnitten. Der Zuschauer bekam dann eine Suppe der Beliebigkeit serviert und musste ja zwangsläufig den Eindruck bekommen, dass wir alle genausogut unsere bestehende Politikerkaste behalten können.

    Das entspricht aber keineswegs meinem Eindruck der Kandidaten. Hinter den Kulissen wurde sehr wohl kontrovers Diskutiert, wurden unangepasste Meinungen vertreten und auch mal hitzig Debattiert.

    Also stellt sich für mich schon die Frage, ob hier nun alle Gewinner sind, wie ich es von vielen Teilnehmern und ZDF-Leuten gehört habe.

    Das kann ich nur für mich bewerten: Nein. Es geht eben nicht um gewinnen oder verlieren! Für meinen Teil kann ich nur feststellen, dass ich zu angepasst war, zu brav, zu wenig Zähne gezeigt habe und diesesn Vorwurf muss ich mir gefallen lassen. Sobald eine Kamera auf einen greichtet ist, da vorne so ein paar bekannte Gesichter sitzten, bekommt man das Muffesausen. Habe ich doch in einer Show mitgewirkt, die zementiert was ich an dieser Gesellschaft kritisiere. Es glaubt doch nicht einer ernsthaft, dass sich nun ein paar junge Menschen auf die Beine stellen und sagen: Das kann ich auch.

    Viel mehr ist der Effekt: Das kenn ich schon. Typisch ZDF Sernioren-TV. Alles ganz nett. Zum Einschlafen – so wurde die Sendung von allen meinen Bekannten bewertet, langweilig und zum einschlafen.

    Dem entsprechend sind ja auch die meisten Rezensionen in der Presse, nur die TAZ hat hier ein Lobgesang abgeliefert. Das befremdet und zeigt analogieen zur Show, wo alles austauschbar war.

    Das ZDF hatte aus meiner Sicht schon vor dem Casting das Finalistenteam(zumindest 4 der Finalisten) besetzt, es gibt einiges an Hinweisen auf dieses Vorgehen. Weiter wurden eben doch Kandidaten vorgeführt, ich erinnere nur an das weinende Mädchen im Rennwagen, und vieles an kontroversen Ideen für Deutschland unter den Tisch fallen gelassen.

    Und hier ist mein fundamentaler Kritikpunkt: Es ging nicht um die Idee. Von den Ideen hat man ja auch wenig bis nichts gesehen, es ging um gefällige Personen, zu zeigen wie sich unser durch alle finanziertes Florian-Silbereisen-TV den Politiknachwuchs vorstellt. Alles zu glatt, zu ölig, zu angepasst und deshalb zum kotzen. Das kann ich nur in aller Deutlichkeit feststellen.

    Die Jury:
    Da fällt mir nun wirklich nichts mehr dazu ein. Eine Frau Engelke die sich als jungen Hüpfer verkaufen wollte und dem Jacob ein “Kurt Cobain”-Poster wünscht, liebe Frau Engelke, das war so zu unserer Zeit. Herr Scherf gab den Old-Style Bürgernahen und Herr Jauch, naja ein wenig nahhaken ist nun auch nicht besonders mutig. Aber auch hier: Mit der Show müssen sie selber klar kommen. Schönreden kann da hilfreich sein.

    Die an die Kandidaten gestellten Fragen, vom Art.1 GG bis hin zur “Schätzkompetenz” war die Show ein einziges Geblubber, keine kritischen Töne einer Generation, die den größten Schuldenberg aller Zeiten überreicht bekommen hat, eine zerstörte Umwelt und eine Regierung, die sich anschickt das einzig freie Medium Internet zu zensieren.

    Fazit: Für mich persönlich war die Sendung sehr wohl ein Gewinn. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, habe einiges über unsere Medien erfahren, war euphorisch, niedergeschlagen, erheitert, wütend – man kann sagen ich habe mich gespührt, und zwar richtig. Die Idee Democratica wird weiterleben und darum geht es mir, die Idee und nicht die Person. Denn die können blenden.

    Doch war die Sendung ein Gewinn für Deutschland, wie es so manche Pressestimme konstatiert? Das vermag ich kaum zu bewerten, ich denke wohl nicht.

    Es bleibt nur zu hoffen, dass dem ein oder anderen auch noch ein selbstkritischer Gedanke in die Knochen fährt. Allen voran der ZDF-Crew und dieser sehr farblosen und unkritischen Jury.

    Den Kandidaten selber wünsche ich weiterhin alles Gute, auch vor der Sendung waren die Wege derer ein Stück weit vorgezeichnet und vielleicht hat man hier ja auch ein paar echte Freunde gefunden, das wird die Zeit zeigen. Doch lasse ich es mir nicht nehmen auch an dem Format Kritik zu üben, gerade wegen der sehr harmonischen Stimmung. Da mecker ich gerne, denn auch das gehört zum Pluralismus.

    Schöne Grüße
    Marc Antoine Schaut

    (Sollten sich hier Rechtschreibfehler finden, sie wissen ja, die Show hatte den Namen “ich kann Kanzler”)

  10.  

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